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TIA - der Streifschlag

Was ist eine TIA oder transitorische ischämische Attacke?

©berwis/PIXELIO

Die transitorische ischämische Attacke (TIA) ist eine vorübergehende neurologische Funktionsstörung, die durch eine kurzzeitige Unterbrechung der Durchblutung einer bestimmten Hirnregion oder der Netzhaut verursacht wird. Umgangssprachlich wird die TIA auch als „Streifung“ oder „Schlägli“ bezeichnet. Typischerweise halten die Symptome weniger als 24 Stunden an, dauern sie länger als 24 Stunden, so spricht man von einem Hirnschlag oder Schlaganfall (englisch auch „Stroke“). Die durchschnittliche Dauer der TIA liegt bei 85 % der betroffenen Patienten unter 60 Minuten. Leider ist zu Beginn einer Störung nicht abzuschätzen, ob sich „nur“ eine transitorische ischämische Attacke oder ein definitiver Hirnschlag entwickelt, so dass auch jede transitorische ischämische Attacke unbedingt als Notfall betrachtet werden sollte. Die 24 Stunden-Grenze zur Unterscheidung zwischen einer TIA und einem Hirnschlag wurde in den 1970er-Jahren festgelegt, als noch nicht die heute übliche Bildgebung in Form einer Kernspintomographie durchgeführt werden konnte. So können Kernspintomographien heute zeigen, dass auch bei einer Rückbildung der Symptome innerhalb von 24 Stunden bei einem gewissen Anteil der betroffenen Patienten bleibende strukturelle Schädigungen des Gehirns nachgewiesen werden können.

Eine TIA muss unbedingt als Notfall behandelt werden.

Wie hoch ist die Häufigkeit einer transitorischen ischämischen Attacke?

In der Schweiz erleiden etwa fünf von 1000 Personen pro Jahr eine transitorische ischämische Attacke, was jährlich ungefähr 35‘000 Patienten bedeutet. Wahrscheinlich ist die tatsächliche Zahl sogar noch höher, da von einem grossen Teil der Betroffenen die Störungen nicht als typische TIA-Symptome erkannt werden. Da innerhalb von 90 Tagen nach einer transitorischen ischämischen Attacke 9,5 bis 20,1 Prozent der Patienten einen Schlaganfall mit bleibenden Schädigungen erleiden, ist das rechtzeitige Erkennen einer transitorischen ischämischen Attacke und die Einleitung vorbeugender Massnahmen ganz wesentlich. Weil bei über 5 Prozent der Betroffenen der Hirnschlag innerhalb den folgenden 48 Stunden nach einer TIA auftritt, sollte zudem sehr rasch gehandelt werden.

Was sind die typischen Zeichen einer TIA?

Die Symptome oder Zeichen einer transitorischen ischämischen Attacke entsprechen denen eines Hirnschlags. Je nach Hirnregion, die durch die kurzzeitige Durchblutungsstörung betroffen ist, kann es vorübergehend zu:

  • Seh- und Sprachstörungen, undeutlichem Sprechen,
  • Gefühlsstörungen oder Schwäche in einer Gesichtshälfte,
  • Gefühlstörungen oder Schwäche in einem Bein, einem Arm oder einer Körperseite
  • Ungeschicklichkeiten oder Koordinationsstörungen von Armen und Beinen sowie Gangstörungen.
  • Schwindel in Zusammenhang mit den anderen genannten Symptomen kommen.

Wer ist gefährdet für eine transitorische ischämische Attacke?

Gefährdet sind vor allem Patienten, die unter zu hohem Blutdruck und/oder erhöhten Blutfettwerten leiden, Raucher, Übergewichtige, über 65-Jährige, Zuckerkranke (Patienten mit einem Diabetes mellitus) sowie Personen, die schon früher eine TIA („Streifung“) erlitten haben.

Was soll ich bei einer transitorischen ischämischen Attacke machen?

Eine TIA ist ein Notfall und soll als solcher behandelt werden. Sie können nicht unterscheiden, ob eine TIA oder einen Hirnschlag vorliegt. Deshalb sollte eine Spitaleinweisung in jedem Fall und so früh wie möglich erfolgen. Alarmieren Sie unverzüglich beim Auftreten der oben genannten Symptome den Notruf 144. Selbst wenn sich die Beschwerden wieder vollständig zurückgebildet haben, lassen Sie keine Zeit für die notwendigen Abklärungen verstreichen. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Hausarzt, der die notwendigen Untersuchungen und notwendige Behandlung veranlassen wird.

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